Groß-Synode wählt gleich zwei neue Schuldekane
Im Sommer gehen gleich zwei Schuldekane in der Region in den Ruhestand. Und da die drei Kirchenbezirke im Nordosten der Landeskirche zum nächsten Jahr fusionieren sollen, wird das künftig eine Teamarbeit von zwei neuen Schuldekanen, über die bereits jetzt alle Synodalen der drei Bezirke entscheiden sollten. Die Evangelische Kirche mag gesellschaftliche Herausforderungen und strukturelle Veränderungen vor sich haben – das personelle Potenzial dazu hat sie aber auch.

Den Eindruck vermittelte die erste gemeinsame Synode der Kirchenbezirke Adelsheim-Boxberg, Mosbach und Wertheim, bei der etwa 140 Mitwirkende in Ahorn-Schillingstadt zusammenkamen, um zwei Nachfolger für die im Sommer in Ruhestand tretenden Schuldekane Martin Schwarz (Mosbach/Adelsheim) und Cornelia Wetterich (Wertheim) zu wählen. Die örtliche Turnhalle war von vereinten Kräften freundlich-einladend vorbereitet, der Ablauf gut organisiert, der Gesang beim Eröffnungsgottesdienst kräftig. Vor allem aber wurden wesentliche Herausforderungen benannt und gleichzeitig erklärt, was die Gesellschaft von der Kirche erwarten kann: Religiöse Bildung, Begleitung während des persönlichen Reifens, Seelsorge auch mit Kindern waren da nur einige Aspekte. „Gott hineinerzählen in die Welt“ nannte Prälatin Heide Reinhard (Heidelberg) als Ausgangspunkt kirchlicher Aktivität nicht nur in Kindergarten und Schule.
Dass die Kirche sich um den Nachwuchs Mühe gibt, mag selbstverständlich sein. Für die beiden Leitungsstellen standen allerdings auch drei Kandidierende mit geballten persönlichen Kompetenzen zur Verfügung: universitäre Lehrtätigkeit, Dienst im Pfarramt, Mitarbeit in Kommissionen und bei Fachzeitschriften, Vernetzungsprojekte mit Vereinen, Schulseelsorge sowie Religionsunterricht an verschiedenen Schulformen und manches mehr. Fortbildungen zum Leiten und Führen und der Nachweis, den Unterricht von anderen zu beurteilen und konstruktive Rückmeldungen zu geben, mussten sie bereits im Bewerbungsverfahren beweisen.
Birgit Niehaus aus Aschaffenburg wurde als Bewerberin für die Schulbezirksstelle Ost mit Sitz in Wertheim aus der benachbarten bayerischen Landeskirche gewonnen und konnte auf ein abgeschlossenes Pädagogik-Grundstudium, eine Assistenz an der Universität Marburg sowie Seelsorge-Erfahrung verweisen. Sie wurde mit großer Mehrheit von der Synode gewählt und wird im Sommer aus dem Gemeindepfarramt auf die Funktionsstelle wechseln.
Für die Schulbezirksstelle West waren zwei Bewerbungen eingegangen, die beide viel Erfahrung im kirchlichen Schuldienst sowie kirchliche Arbeit mit Heranwachsenden auch über die Schule hinaus nachweisen konnten: Dr. Heike Vierling-Ihrig aus Haßmersheim, aktuell im Schuldienst an Gymnasium und Berufsschule in Mosbach, sowie Gunnar Kuderer aus Obrigheim, der seit 12 Jahren als Schuldekan in Sinsheim tätig ist. Beide konnten jeweils ihre Vorstellungen darlegen, an welchen Punkten Kirche für Jugendliche gerade heute nicht nur interessant, sondern auch bedeutsam wird. Auch wenn beide bei der Wahl eine breite Unterstützung erhielten, genügte der erste Wahlgang für eine Entscheidung: Gunnar Kuderer wird neuer Schuldekan für den westlichen Teil eines vermutlich künftigen Großbezirks im Nordosten der badischen Landeskirche.

Von links nach rechts: Die Synodenvorsitzenden Ekkehard Hüneburg (Wertheim), Norbert Bienek (Mosbach) und Karl Kreß (Adelsheim-Boxberg) mit den frisch gewählten Schuldekanen Gunnar Kuderer (Schulbezirk West) und Birgit Niehaus (Schulbezirk Ost) sowie Prälatin Heide Reinhard (Heidelberg) und Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt (Karlsruhe).
