Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach!

 Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

 

Haltung

Liebe Leserin, lieber Leser,

welche Haltung haben Sie... zu den Schülern von „friday for future“, zu den Flüchtlingen, zu Menschen mit Behinderungen, zu... An unserer Haltung entscheidet sich vieles: Wie wir unsere Mitmenschen wahrnehmen, ob wir uns engagieren, was für ein Leben wir führen. Der Wochenspruch der zweiten Adventswoche nach evangelischer Ordnung empfiehlt uns: „Seht auf und erhebt eure Häupter!“ Die rechte Haltung einer Christin, eines Christen ist hier klar beschrieben: Mit erhobenem Kopf und dem Blick zum Himmel sollen wir durchs Leben schreiten. Geradezu dramatisch anders stellt sich die Grundhaltung der Menschen unserer Zeit dar: Der Rücken ist gebeugt, der Kopf gesenkt und der Blick auf das Smartphone in den Händen gerichtet. Das ist so ziemlich die gegenteilige Haltung, die uns Jesus – durch den Evangelisten Lukas vermittelt – empfiehlt. Jedoch beschreibt das Wort „Haltung“ ein breites Spektrum. Es umfasst die Körperhaltung genauso wie die Geisteshaltung. Irgendwie gehören beide zusammen. Sie sind aber nicht miteinander identisch. Ein Mensch, der in gebeugter Haltung daher kommt, kann einer sein, der sensibel wahrnimmt, was in dieser Welt nicht in Ordnung ist. Ein anderer, der kerzengerade und selbstbewusst einherschreitet, kann einer sein, der vieles übersieht.

Seit vielen Jahren beten wir das Vaterunser in unserer Johanneskirche mit Bewegungen. Da kommen viele unterschiedliche (Körper-)Haltungen vor: Bei „Dein Wille geschehe“ stehen wir mit gesenktem Kopf da. Bei der Bitte „Erlöse uns von dem Bösen“ nehmen wir eine aufrechte Körperhaltung ein und heben unsere Köpfe nach oben. Bei „Vergib uns unsere Schuld“ fassen wir uns gegenseitig an den Schultern und bei der Bitte „Unser täglich Brot gib uns heute“ formen wir mit unseren beiden Händen eine Schale.

Die Adventszeit ist nach kirchlicher Tradition Bußzeit. Sie ist eine Zeit der Besinnung, also eher eine Zeit gebeugter Haltung und des Blicks nach innen. Aber sie ist eben auch eine Zeit der Erwartung. Und erwarten sollen und dürfen wir unsere Erlösung – so geht der Wochenspruch weiter. Ein gewaltiges Wort ist das; es überschreitet unsere Horizonte. Zugleich verbinden wir Christen damit ein sehr einfaches und anrührendes Bild: Die Geburt Gottes in unserer Welt. Diese Erwartung soll unsere Haltung prägen: Demütig in der Selbstwahrnehmung und mutig in der Weltgestaltung sein. Beides braucht die Welt und gefällt Gott: Menschen, die den Blick nach unten und auf die Nöte der Zeit werfen – und Menschen, die aufsehen und ihren Erlöser erwarten. Ihre Haltung verändert die Welt.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 2. Advent!

Fotoportrait Richard LallathinIhr
Richard Lallathin, Pfarrer in der Johannes-Diakonie

_____________________________________________________________________________________________

Tageslosung

Noah fand Gnade vor dem HERRN.
1. Mose 6,8

Infos zum
Kircheneintritt

Unsere Gemeinden

Waldbrunn-Strümpfelbrunn
Buchener Straße 1
69429 Waldbrunn
 
weitere Gemeinden