Monatsspruch Dezember 2017

 

 

 

 

 

 

 

„Keine billige Lösung"

 

Meine Schüler in der Werkrealschule sind nicht immer so scharf auf den Religionsunterricht. Jetzt, wo in den Abschlussklassen die Noten bereits gemacht sind, fehlt auch noch die Motivation, etwas fürs Zeugnis zu tun. Da war es eine ziemliche Herausforderung, mit ihnen zusammen das biblische Buch Hiob anzupacken. Lesen ist bei den meisten keine Lieblingsbeschäftigung. Aber am Schicksal dieses frommen Menschen entzündet sich genauso wie beim Lesen der Zeitung oder bei den eigenen Erfahrungen die Frage nach dem Leiden in der Welt.

Die Schülerinnen und Schüler waren fast alle zunächst der Ansicht, dass die Frage nach dem Leiden in der Welt unabhängig ist von der Frage nach Gott. Aber dann haben sie schon gemerkt, dass das nicht stimmt. Jenseits von der Annahme, dass sowieso alles nur Zufall sei, gibt es einige Antwortversuche, die mit Gott rechnen. Sie funktionieren anders. Allerdings fand sich für uns keine Antwort, die restlos befriedigte. Alle Antwortversuche hatten einen Haken.

Ich war erstaunt, dass aber genau das die Schüler anscheinend beeindruckt hat. Endlich einmal keine billige Lösung. Endlich einmal klar festgehalten, dass auf die Fragen des Lebens oft keine einfache Lösung zu finden ist wie für eine Rechenaufgabe. Mathe ist nicht Religion - auch weil die Antworten anders funktionieren. Weil es eben oft keine klaren Antworten gibt. Weil es auch bei Gott für uns eine bekannte, freundliche Seite gibt und eine ziemlich unbekannte, rätselhafte. Wir haben ein Zitat gefunden, das eine interessante Richtung gab: "Gott ist nicht die Antwort auf alle Fragen, sondern eher die ganz große Frage unseres Lebens, an der festzuhalten lebenswichtig ist." (der Theologe Wolfgang Wieland) Wir sollen an Gott also auch festhalten, wenn er eher das bleibende Thema ist als eine schnelle Lösung.

In der Politik werden auch die Kirchen keine einfache Lösung für das Problem mit den Flüchtlingen auf dem Mittelmeer haben - sie haben nur daran zu erinnern, dass wir von Mitgeschöpfen reden und zur Nächstenliebe aufgerufen sind. Und wenn jemand mit einer persönlichen Not kommt, werden wir auch nicht für jeden ein einfaches Rezept haben. Aber das ist die Zuversicht, die wir in der Kirche weitergeben: Gott hält sich nicht einfach aus allem heraus, Gott ist an der Seite der Leidenden.

(Photo: Notten, Pforzheim)Pfarrer Fritjof Ziegler, Hüffenhardt und Kälbertshausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Photo: Notten, Pforzheim)

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- - - - - - - - - - - - Paradiesische Pflanzen - - - - - - - - - - - -

Ein ökumenisches Ausstellungsprojekt mit Begleitveranstaltungen

10. Juni - 15. Juli 2018

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Der HERR spricht: Ihr sollt mir ein K├Ânigreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.
2.Mose 19,6

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