Evang. Kirchenbezirk Mosbach

Kirche wird sich ändern - gemeinsam geht es besser

Informationen zum Planungs- und Entwicklungsprozess in der Evangelischen Landeskirche
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Kirche und Gemeinschaft, diese beiden Begriffe gehören von Anfang an eng zusammen. Durch alle Zeiten hindurch erleben Kirche und Gemeinschaft immer wieder Zeiten des Wandels. Jesus war mit Freundinnen und Freunden unterwegs als er ihnen einen neuen Blick auf das Leben öffnete. Paulus und die ersten Christen trafen sich in Häusern, um miteinander zu beten, um den Glauben zu teilen, um einander zu unterstützen. Über die Jahrhunderte ging das in immer neuen Formen weiter: In Klöstern leben Menschen in verbindlicher Gemeinschaft, in diakonischen Einrichtungen sorgen viele gemeinsam für Menschen, die sich ihnen anvertrauen, in Gemeinden in unseren Dörfern und Städten suchen Menschen die Begegnung in Gottesdiensten und Kirchenchören, Gemeindehäuser öffnen sich für Konfi-Gruppen und Besuchsdienstkreise, für Bibelkreisen und Gemeindefeste.
Als Gemeinschaft tragen wir eine Verantwortung für diese Kirche im Wandel, die uns aktuell vor neue Aufgaben stellt. Zurzeit zählen sich in unserem Evangelischen Kirchenbezirk Mosbach etwa 24.000 evangelische Christen zu unseren Gemeinden. Für sie alle wollen wir erreichbar sein. Niemand soll lange suchen müssen, wenn er einen Gottesdienst oder eine Taufe feiern will, wenn er Trost in seiner Trauer sucht oder ein Gespräch in einer persönlichen Krise. Gemeinden haben sich mittendrin in unseren Dörfern entwickelt, oft mit Kirchengebäuden, die über Jahrhunderte am selben Platz standen – ganz nah bei den Menschen.
Kaum spürbar hat sich jedoch über die Jahrzehnte in unseren Dörfern und Städten ein Wandel ereignet, der uns nun zu einem neuen Nachdenken zwingt. Entstanden sind unsere kirchlichen Strukturen – die Pfarrhäuser, die Kirchen, die Gemeindehäuser, die diakonischen Einrichtungen – in einer Zeit, in der nahezu jeder Bewohner eines Ortes einer der beiden großen Kirchen angehörte. In einer beeindruckenden Kraftanstrengung, mit Spenden, mit persönlichem Einsatz, oder ganz treu und regelmäßig mit der Kirchensteuer haben viele dazu beigetragen, dass ein dichtes Netz von kirchlichen Orten geknüpft werden konnte. Inzwischen ist absehbar, dass unsere Gesellschaft vielfältiger geworden ist, und in dieser vielfältigen Gesellschaft ist die Entscheidung für eine lebenslange Kirchenmitgliedschaft nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor einer Generation. Zahlenmäßig werden unsere Gemeinden nun spürbar kleiner. Damit nimmt aber auch die Zahl der Menschen ab, die gemeinsam die großen Aufgaben der Kirche schultern sollen.
Inzwischen ist deutlich erkennbar: Angesichts der steigenden Kosten – etwa im Gebäudeunterhalt - und der gleichzeitig abnehmenden Finanzkraft unserer Kirche können wir die kommende Generation nicht darauf verpflichten, die gesamte Last aus den stetig angewachsenen kirchlichen Einrichtungen zu tragen. Schon in den letzten Jahren ist es kaum mehr gelungen, dem Sanierungsstau in zahlreichen Gebäuden wirksam zu begegnen. Dieser Trend wird sich nicht mehr umkehren lassen. Um handlungsfähig zu bleiben, müssen die Lasten daher nun deutlich verringert werden. Von manchem, was uns lieb und vertraut geworden ist, werden wir uns trennen müssen.
Gleichzeitig spüren viele aber auch eine große Neugier: Wie wird sich denn Kirche neu entwickeln, wenn wir neu vom Glauben sprechen wollen gerade weil er nicht mehr selbstverständlich ist? Wie werden wir in unserer Gesellschaft als Volkskirche erkennbar und erreichbar bleiben auch außerhalb der vertrauten Formen und Strukturen? Wir sind überzeugt, dass es allen Menschen guttut, wenn sie in Gottesdiensten Ermutigung erfahren, wenn begeisternde Kirchenmusik Hoffnung vermittelt, wenn eine sorgende Gemeinschaft Menschen auffängt, die ihren Halt zu verlieren drohen. Davon sind wir überzeugt, weil Gott den Menschen guttut. Das weiterzugeben ist unser Auftrag. Kirche wird gebraucht – darum brauchen wir jetzt ein gemeinsames Nachdenken darüber, wie Kirche durch alle Veränderungen hindurch ein Ort der Gemeinschaft im Glauben bleiben kann.
EKiBa - Landeskirche Baden
Die Evangelische Landeskirche in Baden hat sich zur Aufgabe gemacht, jetzt bereits mit einer Weiterentwicklung unserer kirchlichen Struktur zu beginnen. Wir stellen uns in unseren Gemeinden auf die veränderten Rahmenbedingungen ein. Wir fragen neu: Was ist uns entscheidend wichtig, worauf wollen wir unsere Kräfte bündeln, wo wollen wir deutlicher und spürbarer in die Gesellschaft hineinwirken? Wo wollen wir an gemeinsamen Aufgaben wie etwa den Herausforderungen der Klimakrise oder des Artensterbens mit anpacken? Was kann uns dabei helfen und was wird uns so sehr belasten, dass wir es nicht weiter tragen können? Dabei leitet uns die Einsicht: Alle sind in gleicher Weise von Veränderungen betroffen sind, darum suchen wir gemeinsam nach Lösungen – in den Gemeinden vor Ort, in regional benachbarten Gemeinden, im Kirchenbezirk und über die Bezirksgrenzen hinaus. Niemand muss sich alleine auf den Weg machen, und niemand wird alleine ans Ziel kommen. Gemeinsam geht es besser.
Unsere Bitte: Beteiligen Sie sich im kommenden Jahr am gemeinsamen Nachdenken. Vor Ort und in den Regionen wird es Treffen mit Informationen und Gesprächen geben, bei denen Ihre Kirchenältesten mit Ihnen die Entwicklung Ihrer Gemeinden beraten. Machen Sie sich auf den Weg, um mit Nachbarinnen und Nachbarn zukünftige Zusammenarbeit zu bedenken. Auf den Synoden des Bezirks und der Landeskirche kann ein Austausch entstehen, von dem aus Sie sich weiter untereinander vernetzen können.
Haben Sie Fragen oder Anliegen zu diesem Beratungsprozess? Gerne können Sie Kontakt aufnehmen zum Bezirkskirchenrat, der im kommenden Jahr die Planungen leiten wird.
Gemeinsam geht es besser – ich wünsche uns allen, dass wir diese Erfahrung, von der Kirche so entscheidend geprägt ist, auch in dieser Phase der Neuausrichtung und Weiterentwicklung machen können.
Freundliche Grüße,
Fotoportrait Dekan Folkhard Krall
Folkhard Krall,
Dekan im Evangelischen Kirchenbezirk Mosbach
 
 
Ansprechpartner
  
  • Norbert Bienek
    Vors. der Bezirkssynode & Prädikant
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  • Evang. Dekanat
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    Telefax: 06261 674627.48
  • Folkhard Krall
    Dekan & Pfarrer
    Telefon: 06261 674627.0

    Mobil: 0152 22872556
  • Gunnar Kuderer
    Schuldekan
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    Telefax: 0626167462748

  • Annelies Lukas
    Assistenz im Dekanat & Prädikantin
    Telefon: 06261 674627.0
    Telefax: 06261 674627.48

  • Michael Roth-Landzettel
    Pfarrer, Dekanstellvertreter & Intranetbeauftragter
    Telefon: 06267 284

    www.ev-fahrenbach.de/
  • Rebecca Stober
    Pfarrerin
    Telefon: 06284 362