Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach!

 Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

 

 

Gebt eure Hoffnung nicht auf!"

 

Vorletzten Sonntag ist der Evangelische Kirchentag in Dortmund zuende gegangen. Über 120.000 Menschen waren zusammengekommen – deutlich mehr als in ein normales Fußballstadion passen. Und die Lieder, die in den Straßenbahnen und Bussen oder auf den Plätzen gesungen wurden, haben anders geklungen als die Schlachtengesänge reisender Fußballfans. Einerseits ähnelt der Kirchentag anderen Großveranstaltungen; und ist dann wieder ganz anders: Vier Tage lang kommen Menschen in zahlreichen Einzelveranstaltungen zusammen, um miteinander auf die Botschaft der Bibel zu hören, zu singen, sich über neue und andere Zugänge zum Glauben auszutauschen und auch danach zu fragen, was Christsein in unserer Zeit und dieser Gesellschaft bedeutet. Ja, der Kirchentag hat es darum auch immer mit politischen Fragen zu tun. Und nein, man muss sich nicht sofort darüber aufregen. Es genügt, manche vielleicht zu einfache Antwort anschließend nochmal auf den Prüfstand zu stellen.

Auch in diesem Jahr ging es beim Kirchentag wieder um Zukunftsfragen: Die Zukunft der Erde, der Gesellschaft, der Kirche… Noch immer gibt es Atomraketen, die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Die Teilnehmenden fragen zugleich auch nach ihrer persönlichen Zukunft: „Das Altern hat auch gute Seiten“ – so hieß eine Veranstaltung; und die Zentren für Kinder und für Jugendliche waren nicht nur eine Betreuungseinrichtung für gestresste Kirchentagsfamilien: Wenn Bibelgeschichten mit Gegenständen aus dem Alltag gespielt werden, ist auch die Botschaft klar: die Gleichnisse von Jesus werden unser Leben im Alltag auch in Zukunft noch berühren.

Weil der Kirchentag auch so etwas wie ein öffentliches Labor für Zukunftsfragen ist, ist er gelegentlich umstritten. Manche regen sich über einzelne Veranstaltungen auf, von denen sie gehört haben; andere stört der immense Aufwand, der für die vielen Teilnehmenden getrieben wird; wieder andere sind überzeugt, dass auf dem Kirchentag kein Glauben zu finden sei – nur Show und Aktivismus. Dabei ist es aber kein Wunder, wenn man angesichts unserer Klimaentwicklung darüber nachdenkt, ob der bekannte Satz aus der Bibel: „Macht euch die Erde untertan“ heute nicht anders übersetzt werden muss. Könnte ja sein, dass Christen da eine Mitverantwortung spüren.

Umgekehrt ist es schön zu sehen, wie unter den Pfadfindern, die beim Kirchentag Hilfsdienste machen, auch ganz selbstverständlich ein Mädchen mit Kopftuch dabei ist. Oder wie die katholischen Sternsinger über ihre Arbeit berichten. Die verschiedenen Konfessionen und Religionen kommen besser miteinander zurecht als man manchmal meint. Alles in allem war das Motto des vergangenen Kirchentags sehr passend: Gebt eure Hoffnung nicht auf! In zwei Jahren dann also in Frankfurt…

Fritjof Ziegler, Pfarer in Hüffenhardt und Kälbertshausen

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Der HERR ist geduldig und von großer Kraft, doch ungestraft lässt er niemanden.
Nahum 1,3

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