Monatsspruch Dezember 2017

 

 

 

 

 

 

 

„Ein Haus mit goldenen Fenstern"

 


Es war einmal eine Frau. Jeden Morgen, wenn sie ihre Bettdecke ausschüttelte, sah sie auf der anderen Seite des Tales ein Haus mit goldenen Fenstern. Eines Tages hielt sie es nicht mehr aus und machte sich auf den Weg dorthin. Sie lief den ganzen Tag, durchquerte das Tal und erreichte am Abend das Objekt ihrer Begierde. Ihre Enttäuschung war groß, denn das Haus war klein und schäbig. Vom Gold war nichts zu sehen. Enttäuscht wandte sie sich um. Goldfarben glänzte ihr Haus auf der anderen Seite des Tales. Die letzten Strahlen der Abendsonne spiegelten sich in den Fenstern.
Wir Menschen neigen dazu, zu begehren, was wir nicht haben. Das hat schon viel Leid verursacht. Es löst Kriege aus und Menschen werden dafür zu Mördern. Dieses Thema ist so wichtig, dass es sogar eines der 10 Gebote wurde: „Du sollst nicht begehren“, heißt es da. Dabei ist Begehren an sich nicht schlecht. Es motiviert, große Leistungen zu vollbringen und Neues zu wagen. Negativ wird das Begehren, wenn es sich gegen den Nächsten wendet. Wer immer nur voller Neid auf das schaut, was andere haben, wird unzufrieden und blind für das, was er selbst hat. Das Begehren, der Neid, ist ein Glücksräuber. Es ist auch nicht alles Gold was glänzt. Manchmal rackert man sich für etwas ab und merkt auf einmal: es war der Mühe nicht wert. Dann fühlt man sich wie die Frau, deren Begehren dem Haus mit den goldenen Fenstern galt. Am Ende merkt sie, dass sie einem Trugbild aufgesessen ist.
Studien belegen, dass nicht Besitz glücklich macht, sondern Beziehungen. Wer Freunde hat und gute Beziehungen pflegt, gehört zu den Glücklichen. Wenn Menschen dann auch noch an Gott glauben, gelten sie als glücklicher und stressresistenter als Andere. Schon der Dichter von Psalm 16 wusste das. Er schreibt: „Mein Gott, du beschenkst mich mit Freude und bist bei mir. Ich kann mein Glück nicht fassen!“ Dieses Glück überdauert den Sonnenuntergang. Es bleibt sogar ewig. Glück ist nicht, alles zu bekommen was man will, sondern das zu wollen, was man hat.

Prädikantin Gabriele Stiebig, Mudau

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Tageslosung

Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird, dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.
Amos 4,11

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