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„Sprich nur ein Wort!“

In der Bibel gibt es erstaunliche Geschichten: Jesus, der über das Wasser geht, Mose, der aus dem Felsen Wasser kommen lässt, das Volk Israel, das trockenen Fußes durch das Rote Meer zieht.

Manchmal muss man eine Geschichte genauer anschauen, dann entdeckt man noch mehr Erstaunliches. Einmal kam ein römischer Hauptmann zu Jesus mit der Bitte, seinen Knecht gesund zu machen. Jesus sagt: Gut, ich komme mit dir. Aber der Hauptmann antwortet: Es reicht doch schon, wenn du nur aus der Ferne etwas sagst – „Sprich nur ein Wort!“ – dann wird mein Knecht gesund. Und tatsächlich, der Knecht wird gesund, ohne dass Jesus zu ihm kommt. Auch so ein erstaunliches Wunder. Genauso erstaunlich ist aber: Dieser Hauptmann schlägt das Angebot Jesu aus, in sein Haus zu kommen. Ich meine, das hätte doch nicht schaden können. Wie glücklich war etwa Zachäus, als Jesus genau zu ihm kam. Immerhin, der Hauptmann hatte seine ganze Hoffnung auf Jesus gesetzt: Wenn ich zu Jesus gehe, dann kann mein Knecht wieder gesund werden.

Wir kennen das: Eine Krankheit, ein Problem, eine Not, die uns zu schaffen macht – und dann denken wir uns einen Ausweg aus und können an nichts anderes mehr denken: So muss es klappen!

Der Hauptmann verzichtet auf den Besuch Jesu. Und Jesus? Der ist nicht beleidigt. Er sagt nicht: Also hör mal, ich biete dir extra an, zu dir zu kommen – und du nimmst mein Angebot gar nicht an? Das sagt Jesus nicht!

Aber warum verzichtet der Hauptmann auf Jesu Besuch und warum hat Jesus nichts dagegen? Ganz einfach: Jesu Wort ist Gegenwart genug. Wenn Jesus sagt: Dein Knecht wird gesund – dann wird er gesund, und dann wirkt dieses Wort an dem Ort, wohin Jesus es sendet.

Nicht weniger erwarten Christen, wenn sie zum Gottesdienst zusammenkommen. Jeder christliche Gottesdienst beginnt mit dem Bekenntnis, in wessen Namen man gerade zusammen ist, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dieses Bekenntnis drückt die Erwartung aus, dass der dreieinige Gott im Gottesdienst selbst gegenwärtig ist, ganz gegenwärtig durch sein Wort und in Brot und Wein, wenn wir Abendmahl bzw. Eucharistie feiern. Bis heute erfahren Menschen, was der Knecht damals bei Jesus erfahren hat: Das Wort, das Gott zu uns spricht, hat die Kraft zu heilen, zu stärken, zurecht zu bringen.

Pfarrer Ingolf Stromberger, 74743 Seckach-Großeicholzheim

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Die Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der HERR, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war.
Hesekiel 36,36

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