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"Dankbarkeit und Gotteslob"

In der kommenden Woche beginnt der Herbst:

Jene wunderbare Zeit des Übergangs zwischen Sommer und Winter, die Zeit der Reife und der Ernte, der sich färbenden und schließlich fallenden Blätter.

Vor langer Zeit gelernte oder wenigstens immer wieder bedachte Gedichte fallen uns ein – wir zitieren Fontane, Hölderlin, Rilke und viele andere und freuen uns an ihren Worten.Das Volkslied „Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder …“ gehört jedenfalls bei sangesfreudigen, zumeist älteren Menschen zum festen Repertoire des Herbstes.

Der Michaelstag Ende September und das Erntedankfest werden erste Akzente im christlichen Herbstkalender setzen. Die Idee, den Gedanken des Reifens auf die eigene Lebensgeschichte zu beziehen, reizt mich:

Nicht nur draußen in der Natur ist Werden und Veränderung, sondern auch in mir selbst. Meine Reifeprüfung habe ich zwar schon vor vierzig Jahren abgelegt – dennoch gehe ich davon aus, dass ich damit noch nicht „ausgereift“ bin, dass Reifen auch jetzt noch möglich und nötig ist?

Ich will die drei Punkte aufschreiben, die mir im Zusammenhang mit dem eigenen Reifen zuerst eingefallen sind; bitte bedenken Sie, was für Sie von Bedeutung sein könnte!

Das Erste: Dankbarkeit und Gotteslob sollen eine noch viel größere Bedeutung gewinnen als sie es ohnehin schon haben. Der morgige Sonntag (24.9.) wird mit einem Psalmvers (103,2) den richtigen Ton anschlagen: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Ich will danken für das Leben, für alle Beziehungen, für alles Gelingen; ich will danken, dass auch Niederlagen, persönliches Versagen und großer Schmerz mich nicht aus der Bahn werfen – ich will danken für den Glauben.

Mein zweiter Punkt: Ich will reifen in der Erkenntnis dessen, was meine Aufgaben sind, wo ich unbedingt gefordert bin und was ich getrost anderen überlassen kann, weil sie es ohnehin besser können als ich. Damit verbunden ist im Tiefsten mein persönlicher Wunsch nach Demut: „ … in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“ (Phil 2,3f) Zuerst jedoch will ich mich demütigen vor Gott selbst und Leben empfangen von ihm.

Schließlich will ich reifen in der Lebensfreude, die sich in Gottesdiensten, aber auch im Privaten zeigt, die springt und tanzt und Halleluja singt, die sich am Lachen der Kinder, die heute eingeschult werden, genauso freut wie am liebevollen Umgang Erwachsener, die schon viele Jahre gemeinsam durchs Leben gehen.

Ich will mich freuen an den leidenschaftlichen Fußballern auf den Sportplätzen und an den vielen, die sich haupt-, neben- und ehrenamtlich engagieren und unsere Gesellschaft offen und lebendig gestalten … und an vielem, vielem mehr. Unser Leben – was für ein Geschenk, auch im Herbst!

Roger Baudy, Pfarrer in Lohrbach, Reichenbuch und Sattelbach

 

 

 

 

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Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.
Joel 3,5

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