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"Zum Reformationstag 2017"

Liebe Leser,

zur Feier des Reformationstages könnten wir doch jetzt mal kurz die Welt retten, was meinen Sie? Bereit?

Gut, wie fangen wir an - kurz überlegen: Mit Ihnen vielleicht? Also ich sag Ihnen erst mal, wie Sie ein besserer Mensch werden. Nichts leichter als das. Und wenn das geschafft ist, dann bekommen wir den Rest auch gleich noch hin.

Moment, nicht aufregen, nur mal kurz mit den Augen zwinkern und lächeln. Dieses Experiment mit der Rettung der Welt stoppen wir schnell wieder. Oder besser gesagt: das hat ja zum Glück schon vor 500 Jahren jemand erfolgreich aus dem Aufgabenkatalog der Menschheit gestrichen.

Ein Jahr lang haben wir diese Befreiung im Reformationsjubiläum gefeiert. Am Reformationsfest 2017 erreichten die Feiern ihren Höhepunkt.

„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Martin Luther hat unter anderem in diesem Bibelvers einen Ausweg gefunden. Einen Ausweg aus dem Geist der Überforderung. Einen Ausweg aus dem Geist der Allzuständigkeit. Einen Ausweg aus der Idee, wir sollten bis in die letzten Ecken und Winkel das Leben stubenrein fegen, bis da kein Fehler mehr zu finden ist.

Von allen diesen Pflichten zur Selbstoptimierung und Weltverbesserung bist du frei. Gott sagt Ja zu diesem unvollkommenen Leben. Seine Liebe begegnet dir, wo immer von Jesus Christus erzählt wird.

Es passt schon sehr gut, dass wir am Reformationstag in diesem Jahr frei machen durften. Allerdings würde Luther wohl sagen: nicht der Staat sorgt für Freiheit, der Geist Gottes selbst gibt uns frei. Der Geist der Liebe lenkt unseren Blick weg von unseren mittelprächtigen Rettungsversuchen. Er befreit uns dazu, unsere Allmachtsphantasien hinter uns zu lassen. Wer sich diese Befreiung gefallen lässt, der kann dann eben auch mal frei machen.

Mit dem 31.10.2017 ist das Thema jetzt aber auch nicht vorbei. Reformation – Erneuerung, wir brauchen sie immer wieder. Damit neben den vielen Erwartungen an uns das Vertrauen noch Platz hat. Das Vertrauen eines Martin Luther, mit dem wir dann sagen können: „Wenn ich viel zu tun habe, muss ich noch mehr beten.“

Dekan Folkhard Krall, Evangelischer Kirchenbezirk Mosbach

 

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Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7

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