Monatsspruch Dezember 2017    Brot für die Welt

 

"Lass dein Brot über das Wasser fahren"

„Lass dein Brot über das Wasser fahren“, schreibt der biblische Prediger (Qohelet 11, 1) schon zu vorchristlicher Zeit. Solche Gelassenheit hat Jesus gelebt und nochmal in Worte gefasst: „Du weißt nicht, was kommt. Setz dein Geld so ein, dass es Freunde gewinnt.“  
Das Wesen des Schenkens besteht darin, dass wir uns mit den Beschenkten beschäftigen. Wir stellen sie vor unser inneres Auge: „Was wäre gut für sie?“ Neben der Hilfe für die Fernen verändert die Spende im Advent auch unsre Haltung zu dem, der neben uns steht. Nächstenliebe und Fernstenliebe treffen sich in Gottes Menschenliebe.
Gott geht alle Menschen an. Deshalb finden Sie bei BROT FÜR DIE WELT auch eine Stellungnahme zur Menschlichkeit in der Politik. Die Kammer Migration und Integration der Evangelischen Kirche Deutschlands erstellte am 12. Mai 2017 ein Wort zur Lage unter dem Titel: „…und ihr habt mich aufgenommen - zehn Überzeugungen zu Flucht und Integration aus evangelischer Sicht“. Der Text blickt besonders kritisch auf alle Formen des Nationalismus.
„Lass dein Brot über’s Wasser fahren“, ist keine Einbahnstraße. Brot ist mehr als nur Geld. Brot ist Lebensmittel. Wir teilen es in Abendmahl und Eucharistie. Wir empfangen auch den, der mit uns feiert. Wir gedenken derer, die bereits im Himmel sind, und erst recht derer, die auf dem Erdkreis wohnen und über den Erdkreis zu uns kommen. Es gibt klare Prioritäten: Menschenleben sind wichtiger als Spenden oder Lebensmittel. Wir sind an den Grenzen des Atlantik, des Pazifik und des Mittelmeers nicht nur freigebig mit dem Brot; wir sind auch freigebig mit der Hand, die sich den Hilfesuchenden entgegenstreckt.
Als Christen leiden wir unter einer Politik, die sich „christlich“ nennt und zugleich den Zuzug beschränkt. Die Christenverfolgung des 21ten Jahrhunderts besteht auch in solchem Missbrauch des Namens Gottes: Werte werden auf den Kopf gestellt. „Grenzen sind ein Unding für die christliche Ethik“, wer diesen Satz ausspricht, wird nicht nur Freunde finden; auch das steht in der Bergpredigt.

Caritas und Diakonie, Misereor und Brot für die Welt, und nach Weihnachten die Sternsinger: Sie alle sammeln nicht nur Coins und Nuggets. Spenden sind nur ein erster Schritt, ein kleiner Anfang von Umkehr und Buße. Letztlich reicht die Hoffnung weit über das Erdenleben hinaus. Der Evangelist Lukas überliefert das Jesuswort (Kap. 9): „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten“.

Es geht bei den adventlichen Sammelaktionen vordergründig um Geld- und Überweisungsscheine. Glauben reicht tiefer: Zur Spende kommt die Zuwendung, vor Ort und weltweit. Wir ernten nicht nur Pensionen oder Renten. Wir ernten Ewiges: Freundschaft. Liebe.

Pfarrer Martin Sommer, Neckarburken

Tageslosung

Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott.
1.Könige 2,1-2.3

Infos zum
Kircheneintritt

Unsere Gemeinden

Mittleres Neckartal
Brückenstr. 9
69437 Neckargerach
 
weitere Gemeinden