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„offenes Ohr, weites Herz - ein zeichen der Hoffnung“

Als hätten sie darauf gewartet: Die Vögel zeigen, dass sie nichts verlernt haben über den Winter. Ihr Gesang war mit den Sonnentagen in dieser Woche gleich wieder voll da. Ob sie eigentlich wissen, wie gut uns das tut? Ein Zeichen von Leben nach den eisigen Nächten. Ein Zeichen von Hoffnung – wir nehmen es dankbar an. Mancher bleibt unter dem Ast stehen, auf dem die Amsel ihr Lied trällert. Da machen wir die Ohren weit auf und lassen uns zu Herzen gehen, was sie uns zu erzählen hat.

Die Ohren auf, die Herzen weit! Seltsam, bei Amsel, Drossel, Fink und Star fällt uns das so leicht. Warum eigentlich nicht bei Nachbar Meier, Kollege Schulze, dem etwas schwierigen Sohnemann, der Liebsten am Frühstückstisch? Warum hören sich Staatsmänner manchmal so wenig zu und Eheleute verstehen mal wieder alles falsch? Vielleicht hören wir ja noch hin. Wir sind ja höflich erzogen. Aber irgendwo tief in uns drin, da prallt alles von uns ab. Du bist verletzt? Ja und ich erst! Du hast damit ein Problem? Was glaubst du, wie es mir geht! Du willst mich kritisieren? Du hast doch mit allem angefangen. Ich soll mich ändern? Gerne, nach dir!

Das ist manchmal ganz schön entmutigend. Da wollen zwei miteinander reden, aber nichts bewegt sich mehr. Eingegraben in alten Verteidigungslinien kommen die kleinen Angebote, die sanfteren Töne gar nicht mehr durch. Du hörst mir gar nicht zu! Es ist zum Davonlaufen.

Die Bibel erzählt, dass Gott solche Szenen aus seiner Geschichte mit uns Menschen kennt. Aber Gott läuft nicht davon. Er fällt nicht ins Schweigen. Er zieht sich nicht beleidigt zurück. Wieder und wieder geht er auf uns zu: Komm, lass uns reden! Aber eine Bitte habe ich: hör mir doch noch mal richtig zu. „Jetzt, heute, wenn ihr seine Stimme hört, dann verstockt eure Herzen nicht.“ Diese Bitte aus dem Hebräerbrief steht als Leitwort über der kommenden Woche, acht Tage vor Beginn der vorösterlichen Fastenzeit.

Es wird um die Frage gehen: Was soll sich bei mir ändern? Ich staune über die Geduld, die Gott aufbringt. Wie ein Vogel nach langer, dunkler Winternacht stimmt Gott immer wieder sein Lied der Hoffnung an: Mit Liebe wird doch euer Leben gut werden. Verlasst euch drauf. Ihr müsst nicht hängenbleiben in alten Vorwürfen. Kommt, hört noch mal zu, wenn ich euch den Weg zum Leben beschreibe.

Ob Gott manchmal auf die Vögel neidisch ist, denen wir so viel lieber zuhören?

Folkhard Krall, Dekan Kirchenbezirk Mosbach

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HERR, du machst alles lebendig und das himmlische Heer betet dich an.
Nehemia 9,6

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