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Gedanken zum Karsamstag

Liebe Leserinnen und Leser,

der (heutige) Karsamstag war mir schon als Kind und Jugendlicher ein geheimnisvoller Tag -  als Tag der Grabesruhe ein Tag besonderer Stille, nicht einmal die Glocken waren zu hören;   - ein Tag des Übergangs zwischen Karfreitag und Ostern, zwischen Tod und neuem Leben.

 

Mit Ernst und innerer Anteilnahme war er zu begehen und war doch zugleich bestimmt von der bald aufleuchtenden Sonne der Auferstehung. Anziehend war und ist er wegen seines besonderen Charakters: Jesu Tod wird betrauert – dennoch warten und freuen sich alle auf den Ostermorgen.

 Nach der langen Passionszeit mag endlich geschehen, was Jesus selbst vom Menschensohn verheißen hat: „ … und am dritten Tag wird er auferstehen.“ (Luk 18,33b) An Kreuz und Auferstehung hängen unser Glaube, ebenso unsere Hoffnung auf die eigene Auferstehung und das ewige Leben.

 In der Osternacht schon und an den folgenden Tagen werden die Gläubigen triumphieren und ohne Ende das „Halleluja“ singen. Die Kinder werden die für sie versteckten Ostereier suchen als Zeichen neuen Lebens und die Erwachsenen ihre helle Freude daran haben.

Wozu braucht es dann noch den stillen Karsamstag?

Mehrere Antworten sind wichtig: Trauer braucht Zeit; sie muss sich bewusst machen, was der Verlust des geliebten Menschen überhaupt bedeutet; Trauer kann nicht umgangen werden, vielmehr gilt es, durch die Trauer hindurch das Leben neu zu entdecken.

 „Am Karsamstag“, so heißt es im Gotteslob der Katholischen Kirche „verweilt die Kirche am Grab des Herrn und betrachtet vor allem in der Tagzeitenliturgie seinen Abstieg in das Reich des Todes. Mit Fasten und Gebet erwartet sie seine Auferstehung.“ (GL 309)

Jetzt sind wir also dort, wo wir Sonntag für Sonntag im Glaubensbekenntnis beten, dass Jesus Christus „hinabgestiegen (ist) in das Reich des Todes“.

 Auch hier strahlt die Frohe Botschaft in ihrer vollen Leuchtkraft auf: Es gibt keinen Ort, den die Selbsterniedrigung des Gottessohnes nicht erreichen könnte. Der gläubige Mensch soll selbst in seinen größten Anfechtungen gewiss sein, dass Jesus ihm zur Seite ist – mehr noch, dass er mit seinem Leben und Sterben, mit seiner großen Liebe für ihn einsteht.

Es gibt sogar Bibelverse, die davon berichten, dass Jesus selbst denjenigen, die seiner Botschaft bei Lebzeiten nicht begegnet sind, noch im Totenreich Rettung zu Teil werden lässt:

Durch sein Sterben in Gottverlassenheit überwand Jesus die Gottverlassenheit des Todes für alle Menschen, die ihm verbunden sind. In einem wunderbaren Osterlied drückt Paul Gerhardt unsere Bindung an  Jesus Christus folgendermaßen aus:

 

„Ich hang und bleib auch hangen/an Christus

als ein Glied;/wo mein Haupt durch ist gangen,/

da nimmt er mich auch mit./ Er reißet

durch den Tod,/durch Welt,  durch Sünd,durch Not,/

er reißet durch die Höll,/ ich bin stets sein Gesell.“ (EG 112,6)

Zwei Strophen weiter dann das Ziel:

„Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt …“

 

Gesegnete Tage wünscht Ihnen Roger Baudy, Pfarrer in Lohrbach und Reichenbuch

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